Asche, Pfütze, Sieg!

+ + + Essen, 12.11.2016 + + +

A2 gewinnt 1:0 bei SV Borbeck

 

Wenn ein Sieg den “Dreckig”-Stempel aufgedrückt bekommt, steckt meistens keine glanzvolle oder glamouröse Darbietung dahinter. Dreckig meint das genaue Gegenteil: Hart gegen sich und andere, Kampf bis zur Verleumdung eigener Schmerzen, absolute Aufgabe des kreativen Hacke-Spitze-1-2-3-Gekicke und völlige Öffnung zur Bereitschaft, auch mal einen Ball in Körperregionen hineingewuchtet zu bekommen, die der Fortpflanzung, dem Verdauungs-akt oder einfach nur der Schönheit dienen sollen. Das war es heute leider nicht, wäre aber vielleicht hilfreich gewesen. Dreckig meinte heute, dass die rote Asche auf dem tiefen Geläuf nach den 90 Minuten den Platz verlassen hat um auf Trikots, Ge-


sichtern, Haaren und – wenn sie nicht gerade in warmen Handschuhen gesteckt haben – auch auf Händen eine neue Heimat zu finden. Sie war es wahrscheinlich Leid, immer wieder von 8-10 Schuhen auf einer Fläche von 1 qm mit größter Wucht malträtiert zu werden. Dabei hätten die Junx von der Ardelhütte es sich so viel einfacher können. Wenn, ja wenn sie den Ball mehr hätten laufen lassen, anstatt immer wieder mit selbigen loszuziehen und hier noch einen Sidestep und dort noch einen Kringel und hier noch ein Tänzchen und dort noch ein Fümmelchen. Dazu fühlten sich die Außenspieler immer wieder wie hypnotisiert oder magnetisiert in die Mitte gezogen statt die Positionen zu halten um die dicht gestaffelte Abwehr der Gastgeber auseinander zu reißen. Dadurch war es rund vor dem Tor der Borbecker so voll wie beim Weihnachtsgottesdienst in St. Antonius Abbas. Es gab fast nur noch Stehplätze. In solchen Momenten sind auch 80 % Ballbesitz keine hilfreiche Statistik. Trainer Frank Engelberg wies genau auf diesen Punkt in der Halbzeitansprache hin. Aber darüber reden und so handeln sind eben zwei verschiedene paar Schuhe. Ab und an probierten es die Schönebecker doch. Und siehe da, dann wurde es auch gefährlich. Wie in der 52. Minute: Ein kurzer Blick, ein langer Ball, ein verdientes Tor. Machikour brachte die Gäste in Führung. Aktuell heißt das aber “lud den Gegner ein, doch schnell den Ausgleich zu erzielen”. Borbeck wusste das durchaus zu schätzen, hatte letztendlich aber keine Mittel. Und so blieb es bei einem üblichen Ergebnis mit Beteiligung des SV bei einem Sieg mit einem Tor Unterschied.

 

Den doch recht dünnen Kader bildeten dieses Mal Christoph, Halit, Carlo, Leon W., Eleazar, Luca, Domme, Gerard, Machikour, Selcuk, Rand, Kelvin und Dennis.

Das Tor:

52. Minute 1:0 Machikour (Leon W.)

 

Erfreulich war dieses Mal die Vielzahl an Vätern und Müttern (oder waren das doch die Schwestern?), die sich auf den Weg zur Prinzenstraße gemacht haben und die alle Daumen für die KK kickenden Kinder gedrückt haben. Es hat augenscheinlich geholfen. Die A2 setzt sich damit weiter in der Spitzengruppe fest. 

 

Autor: Frank Wälscher